The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.

  • Der Betrug seiner selbst bleibt ewig der schönste und gleichzeitig bitterste von allen, denn keiner Sache steht man so leichtfertig gnädig gegenüber, als den eigenen Fehlern.

  • [sich in etwas verrennen]: (frei transferierbar), nie zufrieden zu sein, immer mehr zu wollen, nie zu wissen, wann man einfach nicht mehr nötig hat, schlimmer noch, wann man längst nicht mehr in der Lage ist, zu erreichen, was man ursprünglich erreichen wollte

  • Wir sehen uns gezwungen, das momenthaft Gute oder gar das Irrationale an uns zu binden, um etwas so Komplexem wie Glück überhaupt nahe kommen zu können. Denn, geben wir uns erst einmal der Launigkeit des Tages hin, ist alles nur allzu schnell überschattet von der oft so bitter schmeckenden, schwammigen Wirklichkeit.

  •  

    Am Meer, am wüsten, nächtlichen Meer
    Steht ein Jüngling-Mann,
    Die Brust voll Wehmut, das Haupt voll Zweifel,
    Und mit düstern Lippen fragt er die Wogen:

    “O löst mir das Rätsel,
    Das qualvoll uralte Rätsel,
    Worüber schon manche Häupter gegrübelt,
    Häupter in Hieroglyphenmützen,
    Häupter in Turban und schwarzem Barett,
    Perückenhäupter und tausend andere
    Arme schwitzende Menschenhäupter -
    Sagt mir, was bedeutet der Mensch?
    Woher ist er gekommen? Wo geht er hin?
    Wer wohnt dort oben auf goldenen Sternen?”

    Es murmeln die Wogen ihr ewges Gemurmel,
    Es wehet der Wind, es fliehen die Wolken,
    Es blinken die Sterne, gleichgültig und kalt,
    Und ein Narr wartet auf Antwort.

    Heinrich Heine: Fragen

    «Man muss das alles ganz anders angehen. Visionen haben. Immer mehr, immer schneller.», redet er sich in Rage und zupft verzweifelt an der schwarzen Fliege, die ihm die Luftzufuhr abzuschneiden droht. «Ja, das Ziel ganz hoch, unerbittlich und pfeilgeradeaus!», er reißt eine Hand in die Höhe und deutet an die Decke

    «Daff ifft abba intereffant.», sage ich und schiebe dem großen Stück gebratener Ente noch zuviel Reis hinterher. Gut gegessen ist halb gewonnen, hallt es mir durch den Kopf, während ich zufrieden vor mich hinkaue und aus dem Fenster sehe. Ohne es zu merken bleibe ich eine Weile bei der Blumenverkäuferin von gegenüber hängen. Als sie es bemerkt und unsicher lächelt komme ich zurück. Achja.

    «Du hörst mir gar nicht zu, oder?», will er wissen und fummelt schon wieder aufgelöst an seiner Fliege herum. Die Augenringe verbirgt auch sein schöner Einreiher nicht.

    Ich muss mich irgendwie rechtfertigen. Muss einfach. «Doch, doch.», rhetorisches Bullseye.

    «Na dann? Ich höre?!», Zupfen.

    «Nunja.», seine Augen weiten sich, die Blumenverkäuferin kümmert sich längst schon wieder liebevoll um Blumen, deren Namen ich nicht einmal kenne, jemand bestellt die Nummer 23 und alle Wartenden schauen nacheinander auffällig neugierig auf die große Tafel nach dem Gericht. «Nunja …», es will nicht.

    «Nunja?», jetzt hat er die nette Verkäuferin auch bemerkt.

    «Nunja, aber warum?»

  • Ground Control to Major Tom, Ground Control to Major Tom:
    Take your protein pills and put your helmet on
    Ground Control to Major Tom: Commencing countdown, engine’s on
    Check ignition and may God’s love be with you

    Mit einem Mal verschwanden all die Nebelschwaden, als hätte jemand blitzschnell eine riesengroße Schere angesetzt, um den Blick auf die umliegenden Wälder freizulegen. Die weiße Trennwand wich unausweichlich nach hinten, so als hätte man die größte aller Barieren endgültig überschritten, nur um der nächsten entgegenzusehnen. Aus unseren Hosenbeinen entfleuchte ganz langsam der Schlaf, schlich über den Boden und schlängelte sich am nächsten Bahnhof aus dem Abteil. Der Tag stand erst auf Halbmast, von draußen schlürften die Heizer der Städte in den Waggon. Meine Augen waren schwer, dein Rücken schmerzte, sagtest du.

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

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Neunzehnhundert, hier schreibt André Herrmann, Student, Schreiberling und Mitglied der Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz, aufgrund manischer Veranlagung die meiste Zeit unaufhörlich Geschichten aus seinem noch jungen, aber bereits recht erfolgreich absurden Leben. Tagesmotto für heute: Aufstehen, losgehen, was machen!

Geschichten, Philosophisches, Politisches und Absurdes.

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