The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.

  • “Es ist zuviel für einen allein.”

     

    “Andererseits, wozu gerade jetzt den Mut aufgeben? Das sag’ ich mir auch. Man hätte vor einer Ewigkeit daran denken sollen, so um 1900. [...] Hand in Hand hätten wir uns vom Eifelturm runtergestürzt mit den Ersten. Da sah man noch anständig aus. Jetzt ist es zu spät. Die würden uns nicht einmal rauf lassen.”

     

    “Wenn wir beide es bereuen würden …”

    “Was?”

    “Nunja, wir brauchen ja nicht gerade ins Detail zu gehen.”

     

    Samuel Beckett, Warten auf Godot

  • Weisse Wände im Hintergrund. Ein weisshäutiger und ausgemergelter Mann in einem weissen Hemdchen betritt die Bühne, auf der nichts steht. Er starrt unversehends ins Publikum, atmet schwer, hustet, und beginnt. Er spricht so schnell, dass man es kaum versteht, wird aber mit jedem Satz langsamer, bis die letzten Worte in sekündlichem Abstand gesprochen werden.

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

  • “Man sagte mir: Ja, das ist Liebe? doch, doch, glaub es nur, du siehst schon, wie leicht es ist. Man sagte mir: Ja, das ist Freundschaft, doch, doch, ganz bestimmt, du brauchst nicht weiter zu suchen. Man sagte mir: Hier, bleib stehn, Kopf hoch, schau dir diese Herrlichkeit an. Diese Ordnung! Man sagte mir: Nur zu, du bist doch kein Tier, bedenke diese Dinge und du wirst schon sehen, wie klar alles wird. Wie einfach! Man sagte mir: Sieh doch, mit welcher Kunst sie gepflegt werden, all diese tödlich Verletzten. Pause. Ich sage mir . . . manchmal, Clov, du mußt noch besser leiden lernen, wenn du willst, daß man es satt kriegt, dich zu strafen . . . eines Tages. Ich sage mir . . . manchmal, Clov, du mußt noch besser da sein, wenn du willst, daß man dich gehen läßt.. . eines Tages. Aber ich fühle mich zu alt und zu weit weg, um neue Gewohnheiten annehmen zu können. Gut, es wird also nie enden, ich werde also nie gehen. Pause. Dann, eines Tages, plötzlich, endet es, ändert es sich, ich verstehe es nicht, stirbt es … Oder ich bin es, ich verstehe es nicht, auch das nicht. Ich frage es die Wörter, die übrigbleiben - Schlafen, Wachen, Abend, Morgen. Sie können nichts sagen. Pause. Ich öffne die Tür der Zelle und gehe. Ich gehe so gebeugt, daß ich nur meine Füße sehe, wenn ich die Augen öffne, und zwischen meinen Beinen ein wenig schwärzlichen Staub. Ich sage mir, daß die Erde erloschen ist, obgleich ich sie nie glühen sah. Pause. Es geht von selbst. Pause. Wenn ich falle, werde ich weinen. . . vor Glück.”

    Nirgendwo solche Bedrängnis und Klarheit zugleich. Nirgendwo.

    Clov in Samuel Becketts Endspiel

  • Jede Nachricht von einer Geburt trägt anscheinend zwangsläufig ein wenig einer von einem Tod in sich. Erneut ein nach Expansion strebendes, aber ungefordert aufgetretenes Bewusstsein, erneut das, was man Leben nennt. Eine Aneinanderreihung von Momenten, die sich hoffentlich zu etwas Erträglichem zusammenkitten lassen. Jedoch dass Beginn immer ein Stück weit schon Ende ist, muss man erst einmal verkraften können.

  • Was für Befördrung hofft ich wohl von dir,
    Der keine Rent als seinen muntern Geist,
    Um sich zu nähren und zu kleiden, hat?
    Weswegen doch dem Armen schmeicheln? Nein,
    Die Honigzunge lecke dumme Pracht,
    Es beuge sich des Knies gelenke Angel,
    Wo Kriecherei Gewinn bringt. Hör mich an: [...]

    Hamlet in William Shakespeares “Hamlet”

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    Dumm sein und Arbeit haben: das ist das Glück.

    Gottfried Benn

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    Es [ist] ein so namenloses Glück, wenn einem die die Welt entzweibricht. O mein Gott, welch ein Gericht ist über mich hereingebrochen. Sagen Sie mir, daß ich die Kraft haben muß noch zu leben und das Wahre zu tun. Sagen Sie mir, daß ich nicht irre bin. Es ist steinernes Dunkel hereingebrochen.

    aus einem Brief Georg Trakls an Ludwig von Ficker

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    Die Gleichung A=A ist Ausdruck der Unerfahrung des Seins und Daseins. Die äquation Nihil = Nihil ist sinnlos und widervernünftig. Nur eine Kleinigkeit ist zu bedenken: Es gibt den Freitod. Gibt ihn, wie zu zeigen veruscht wurde, als Antwort auf den échec, als Widerrede gegen das Leben, das seinen eigenen échec in sich brigt, das seine eigene Verneinung ist, also: Affirmation und Negation zugleich und darum absurd, nicht weniger absurd als der Freitod, der nur deshalb als “zweifach absurd” bezeichnet werden darf, sogar muß, weil der ihn Vollziehende bis zum Ende mit einem Teil seiner Person in die Lebenslogik, die er verneint, da er ja sich selbst schließlich negieren wird, engeschlossen bleibt.

    Jean Améry: “Hand an sich legen”

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    Es ist schade, daß Sie mit hohlen Nüssen um hohle Nüsse spielen.

    Jarno in Goethes “Wilhelm Meisters Lehrjahre”

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    [Den Becher] halten und füllen zugleich -
    Besser, du ließest es sein!
    [Die Klinge] betasten und schärfen zugleich -
    Das dauert nicht lange!
    Voll Erz und Juwelen die Halle -
    Niemand kann sie bewahren.

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    Stolz auf Reichtum und Ehre
    Schafft selber sich Unheil.
    Sein Werk vollbringen
    Und sich zurückziehen:
    Also des Himmels Weg.

    Lao-tse: “Tao Te King”, Kapitel 9

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    Ich kann nur diejenigen lieben, die angesichts ihres Lebens eine gewisse Ohnmacht zeigen.

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    Der Mensch ist zweifelsohne ein außergeöhnliches Phänomen, aber kein Erfolg.

    Émil M. Cioran

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    Frank, du hast immer die falschen Bücher gelesen.

    Karl in Sven Regeners “Herr Lehmann”

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Neunzehnhundert, hier schreibt André Herrmann, Student, Schreiberling, Mitglied der Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz und Teil des Team Totale Zerstörung, aufgrund manischer Veranlagung die meiste Zeit unaufhörlich Geschichten aus seinem noch jungen, aber bereits recht erfolgreich absurden Leben. Tagesmotto für heute:
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Geschichten, Philosophisches, Politisches und Absurdes.

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