The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.

  • Manchen Abends möchte man einfach nur dasitzen und ihm zusehen.

    Wie es kommt.

    Wie es sich zu einem setzt.

    Wie es einen anstarrt.

    Wie es starrt.

    Und den ganzen Abend nur noch “Es starrt.” schreiben.

    Nicht verschwindet bis zum nächsten Morgen.

  • Wenn es zuschlägt, dann richtig. Die Wirklichkeit macht niemals halbe Sachen. Wenn sie sich zeigt, dann von oben bis unten. Wenn sie schießt, dann nur volle Breitseiten.

    Urlaub. Urlaub von mir selbst. Ich packe meine Sachen und verschwinde. Ich muss so schnell gehen, dass ich mir selbst nicht folgen kann. Ich setze mich in die Bahn zum Hauptbahnhof, von wo aus ich weitersehen will, wohin es gehen soll.
    In meine Heimatstadt, entscheide ich unter den riesigen Anzeigetafeln. Bis dorthin reicht das Kleingeld. Bis zum Geldautomaten reicht der Elan nicht.

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

  • “Die hat mir ‘nen guten Neustart gewünscht… Ich kam mir vor wie’n abgeschmiertes Windows. Mit Bluescreen. Kurz vorm Reset-Drücken. Wenn ich dann wieder Verbindung zum Leben bekomme, fang ich bestimmt an zu piepen wie so’n Modem. Wenn nicht — alles umsonst wie Freibier.”

    Alf Ammoniak

  • „Scheiß Schulanfang!“, muss er sich gedacht haben. Der Zeitungsmann auf seinem Roller, als er dem Schulbus beim Überholen auf der Gegenspur direkt vor die Schnauze bretterte. Sechs Wochen lang freie Fahrt gehabt. Da kann man schon einmal den Schulanfang verpassen.

    Die Kinder jubeln, legen sogar für einen Moment ihre Luftgewehr- und Paintballkataloge beseite, um das Zusammensacken des blutigen, alten Mannes vor der rissigen Windschutzscheibe zu bestaunen. Eine Minute später ist der Krankenwagen da. Denkt man gar nicht.

    Ich hätte mit Fotohandys gerechnet. Sogar mit Blitz und Milliarden von Megapixeln. Nicht aber mit einer Spiegelreflexkamera. Ein buckliges Mädchen zerrt nervös diesen vor ihrem kleinen Körper riesigen Apparat aus dem Rucksack, tippt ungeduldig darauf herum und bannt schließlich zufrieden die ersten Impressionen auf ihre SD-Karte.

    „Kiek ma! Die Zähne, Alter! Die Zähne!“
    Sie möchte einmal Künstlerin werden. Man erkennt das. Mit feuchten Händen präsentiert sie ihren Freundinnen das Resultat. Dank der erhöhten Belichtungszeit zeigt sich das Gemisch aus Blut und Speichel in den aberwitzigsten Schlierein Scheibenwischerhöhe.

    “KENAAAAAAAAAAAACK!“, illustrieren die weiter vorn Sitzenden denen, die nichts haben sehen können, das Spektakel, durchsetzt mit viel “Fett!” und “Alter!”. Warum man im Bus nicht rauchen darf, frage ich mich. Drehe mir eine Kippe und hänge dem Gedanken ein bisschen nach. Scheinen ja sonst alle Perversitäten unserer Zeit erlaubt zu sein.

  • In nicht respektablem Zustand an einer Trucker-Bar stoppen.

    Die Blase möchte den restlichen Weg nicht mehr mitmachen.

    Sich mit ataraxischem Auftreten einen Gang zur Toilette ertrotzen.

    Und mit einem Willie-Nelson-Medley revanchieren.

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Neunzehnhundert, hier schreibt André Herrmann, Student, Schreiberling, Mitglied der Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz und Teil des Team Totale Zerstörung, aufgrund manischer Veranlagung die meiste Zeit unaufhörlich Geschichten aus seinem noch jungen, aber bereits recht erfolgreich absurden Leben. Tagesmotto für heute:
Aufstehen, losgehen, was machen!

Geschichten, Philosophisches, Politisches und Absurdes.

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