The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.
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Was heißt das: Man kann sich leicht über den oft proklamierten Ernst des Lebens lustig machen, aber man findet keine Witze über die offenkundige Egalität desselben.
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„Scheiß Schulanfang!“, muss er sich gedacht haben. Der Zeitungsmann auf seinem Roller, als er dem Schulbus beim Überholen auf der Gegenspur direkt vor die Schnauze bretterte. Sechs Wochen lang freie Fahrt gehabt. Da kann man schon einmal den Schulanfang verpassen.
Die Kinder jubeln, legen sogar für einen Moment ihre Luftgewehr- und Paintballkataloge beseite, um das Zusammensacken des blutigen, alten Mannes vor der rissigen Windschutzscheibe zu bestaunen. Eine Minute später ist der Krankenwagen da. Denkt man gar nicht.
Ich hätte mit Fotohandys gerechnet. Sogar mit Blitz und Milliarden von Megapixeln. Nicht aber mit einer Spiegelreflexkamera. Ein buckliges Mädchen zerrt nervös diesen vor ihrem kleinen Körper riesigen Apparat aus dem Rucksack, tippt ungeduldig darauf herum und bannt schließlich zufrieden die ersten Impressionen auf ihre SD-Karte.
„Kiek ma! Die Zähne, Alter! Die Zähne!“
Sie möchte einmal Künstlerin werden. Man erkennt das. Mit feuchten Händen präsentiert sie ihren Freundinnen das Resultat. Dank der erhöhten Belichtungszeit zeigt sich das Gemisch aus Blut und Speichel in den aberwitzigsten Schlierein Scheibenwischerhöhe.“KENAAAAAAAAAAAACK!“, illustrieren die weiter vorn Sitzenden denen, die nichts haben sehen können, das Spektakel, durchsetzt mit viel “Fett!” und “Alter!”. Warum man im Bus nicht rauchen darf, frage ich mich. Drehe mir eine Kippe und hänge dem Gedanken ein bisschen nach. Scheinen ja sonst alle Perversitäten unserer Zeit erlaubt zu sein.
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bis dahin
Manche sagen, dass sich gerade die Dinge, von denen man überhaupt nichts mitbekommt, besonders prägend auf den eigenen Charakter auswirken. Sie nennen sich Freudianer oder Aufgeklärte und führen das Unbewusste wieder aufs Schlachtfeld der Diskussionen. Sie orakeln, dass es nichts am menschlichen Verhalten gibt, das man nicht auf äußere Einflüsse zurückführen könnte. Das finde ich faszinierend.
Denn ich habe in meiner Zeit, die ich hier nun schon sitze, auf den Fluss hinunter schaue und eine Zigarette nach der anderen zu rauchen pflege, Vieles gesehen, Vieles gehört und mindestens genauso viel nachgedacht.
Vielleicht, dachte ich erst vor ein paar Minuten, habe ich gerade daher diese Affinität für das Extravagante, wer weiß. Weil ich schon in einem Szenario des Ausnahmezustands zur Welt gekommen bin.
Mit großem Tam-Tam betrat ich damals die Bühne. Begleitet von einschlagenden Bomben am anderen Ende der Welt, die sich in der Vorstellung der Leute nur wie dumpfe Paukenschläge anhörten, und der blendenden Angst meiner Großmutter, die kurz darauf ihren Verstand verlor.
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Immer und immer wieder die Frage, was besser ist. Die Resignation vor dem Zeitverlauf, es ganz einfach hinzunehmen, Stück um Stück zu vergehen, so wie die brüchigen Lichttupfer im Morgengrauen, oder die Zeit ganz einfach zu vergessen, wie einen missgünstigen Freund?
Es ist nur immer wieder dasselbe Gefühl, beim Schimmer der aufgehenden Sonne am Kai zu warten und den Tag längst wieder enden zu sehen. Beim Rufen der Möwen, das so kläglich klingt als jener Schrei, der seit Jahrzehnten in der eigenen Brust rumort. Tag um Tag und immerdar. Und nur das Wasser trotzt alledem mit seiner Stetigkeit, ewig periodisch gegen die Steinmauern zu klatschen, sich selbst Beifall zu spenden. In einem traurigen Theater.
Was man allen Menschen mit auf den Weg geben müsste: Niemals im Geiste müde zu werden. Um nicht mit 30 zu sterben und erst mit 70 beerdigt zu werden.












