The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.

  • Die Sonne ist mir eine alte Bekannte geworden. Wenn sie morgens schon vor dem Fenster wartet, noch ehe ich die Jalousien nach oben gezogen habe, fällt wenigstens die Einsicht, doch noch eine Runde vor mir zu haben, etwas leichter.

    Denn nur allzu oft habe ich dabei zugesehen, wenn zuerst dein Lachen, dann dein Lächeln mit einem Mal verschwand. Und wie sich deine dunklen Pupillen, bei deren Anblick man glaubte, tief in deine Gedanken sehen zu können, immer und immer größer wurden, je mehr sich die Angst vor der Wirklichkeit in die ausbreitete. Die Angst davor, alles wieder einmal zerbrechen sehen zu müssen. Dass es doch alles nicht wahr sein kann. Nicht immer wieder, sagtest du und versankst, wie eine schwer Verwundete mit dem Rückem im Schutt deiner eingestürzten Welt.

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

  • Flickr: BrittneyBush: hide and seek III
    Foto von TommyOshima

    Das grelle Licht, das sich im frisch gewischten Tresen spiegelt, brennt in meinen müden Augen. Regelmäßiges Gähnen verstärkt den Wunsch, endlich nachzugeben und den Kopf auf die Holzplatte sinken zu lassen.

    «Camel!», ereifert sich das Mädchen mit den haselnussbraunen Haaren hastig, «Camel, so heißt die Farbe, die ich jetzt in drin hab.»

    Seit wann man sich Kippen in die Haare schmiert, denke ich und folge den bunten Mosaiken vor der schwarzen Leinwand meiner Augen. Der Tresen ist kalt und immer noch feucht.

    «Not — one — more — word — tonight», singen sie in weiter Ferne leiser werden vor sich hin, «Oh, Oh oh oh, Oh oh oh oh oh, Oh oh oh oh.»

    «Es heißt Caramel, nicht Camel. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil …», verbessert sie die Freundin und verzieht die rott glänzenden Lippen. Der wohl letzte Lacher des Abends.

    Ich winke den Barkeeper heran und zeige auf ein milchig-weinrotes Gesöff, das gerade seinen Weg über Wangen und T-Shirt eines Typen in der Ecke des Raumes findet. «Das — zum Abschied, bitte.»

    «Sicher?»

    «Sicher, sicher!», murmele ich und versuche meine Augen so gut es geht offen zu halten. Vielleicht hält es ja wach.

    Zwei Hocker weiter kontrolliert man gerade die Frisuren und Haarschnitte der übrigen Gäste: «Und, welches Tier hast du auch dem Kopf?»

    Wortlos bekomme ich mein gefülltes Glas vor die Nase gestellt, als ich gerade einzunicken drohe. Je näher man ihm kommt, desto schrecklicher sieht es aus. «Was habe ich bestellt?»

    «Weißbier mit Kirschsaft.», werde ich aufgeklärt.

    Zehn Minuten später befanden sich alle bereits auf dem Heimweg. Es hatte genau so geschmeckt, wie ich mich fühlte, als ich die Wohnungstür öffnete und aufs Parkett knallte.

  • Vom Mixer die Finger verdreht bekommen wie die Adern eines glänzenden Butterzopfes.

    Wir wollten es ja schon irgendwie glauben, als uns der zerzauste, alte Mann am Bahnhof erst um eine Lunte bat und dann vom Einstürzen des Bankenviertels um viertel drei erzählte.
    Manch einer hatte extra früher Schluss gemacht. Aber alles blieb standhaft. Morgen erstmal zur Rede stellen den Kerl.

    Die Meridiane wandern. Natürlich. Und nach zig Jahren merkst du, dass du schon auf der anderen Seite der Erde angekommen bist. Oder dein gegenüber.

  • Als Peter mich aufgeweckt hatte, was es schon wieder dunkel geworden. Ich hatte ihn nicht gefragt, wo er den Tag über gesteckt und was er getrieben hatte, aber seine Freude hatte ihm immer noch ins Gesicht geschrieben gestanden. Der Schlaf für mich hatte Einiges geklärt. Nichts beseitigt, aber wenigstens hatte er erst einmal alles vertrieben. Diese hässliche Mischung als Leere ob der Nachricht vom Tod meiner Tante und jener von Peters bstandener Prüfung. Mit meiner Tante war es wieder ein Mensch weniger geworden, der es gerechtfertigt hätte, nicht ganz allein auf der Welt zu sein.

    Ich hatte mich vom Bett hochgerafft und war durch durch die kleine Wohnung getaumelt. Dann einen Kaffee zum Wachwerden, ehe Peter schon wieder gedrängelt hatte. Er hatte es ernst gemeint mit seinem Satz, dass er mich an diesem Abend noch unbedingt in irgendeine Kneipe schleppen wollte. Und dann hatte er schon wieder ungeduldig in der Tür gestanden, sie immer provokatorisch geöffnet, sobald ich auch nur in ihre Nähe kam und noch einmal ins Bad abbog, damit ich auch ja mitbekam, dass er es eilig hatte.

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Neunzehnhundert, hier schreibt André Herrmann, Student, Schreiberling, Mitglied der Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz und Teil des Team Totale Zerstörung, aufgrund manischer Veranlagung die meiste Zeit unaufhörlich Geschichten aus seinem noch jungen, aber bereits recht erfolgreich absurden Leben. Tagesmotto für heute:
Aufstehen, losgehen, was machen!

Geschichten, Philosophisches, Politisches und Absurdes.

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