The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.

  • Es ist ein verfrühter Sommertag, der nur auf dem Kalender noch zum verspäteten Frühling gehört. In der Straßenbahn ist es heiß, die Fenster sind kreisrund beschlagen und schwer atmend überlege ich, welche der Mitfahrenden ohne Weiteres dazu fähig wären, jemandem sämtliche Knochen zu brechen und welche von ihnen es schaffen könnten, jemanden psychisch zerbrechen zu lassen.

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

  • Françios Duc de La Rochefoucauld hat einmal gesagt: “Wer sich viel mit dem Kleinen abgibt, wird unfähig für Großes.”

    Ich glaube das.

    Nicht kleckern, sondern klotzen muss man. Den meisten Leuten ist es extravagant genug, sich lustige Buttons ans Revert zu stecken und ein Erasmus-Jahr lang zwischen den Beinen möglichst vieler Frauen mit möglichst abgefahrenen Intimfrisuren zu verbringen.

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

  • (erweitert um ein gutes Ende)

    Es ist überall der gleiche Trott, in Leipzig, Berlin, ganz Deutschland, der Welt und wahrscheinlich überall. Verbrechen, Leid, Terror, Kinderarbeit, Volkswagen und CDU.
    Aber als ob das nicht reichen würde, geht es jedes Jahr aufs Neue wieder los, alles wiederholt sich und bringt das ewig gleiche Schema von grün behangenen Bäumen, bunten Blüten, morgens eher, abends länger hell … es wird Frühling.

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

  • da sind sie
    den ganzen tag unterwegs und leben und
    planen und beben und
    wagen und streben und
    reden und reden und reden und
    sagen nichts

    rennen kilometerweit auf dem stepper
    obwohl sie nur auf der stelle treten

    fotographieren sich vorm eiffelturm
    nur dass es nicht ums dagewesen sein geht
    sich vielmehr ums dasein dreht

    wechseln die stimmung nach bedarf
    es noch etwas anderem?

    denken ist so 2008
    das mach ich jetzt auch

    warum es nicht alles so einfach sein kann
    warum es nicht alles so einfach sein kann
    warum es nicht alles so einfach sein kann
    sondern anstrengend bleiben muss

    zu lächeln und
    gleichzeitig
    da zu sein
    zukünftig
    da zu bleiben

    vergänglich
    besonders zu sein
    im nachhinein

    ich schenke mir eine portion selbst
    mitleidig blicke ich an mir herab
    wertend

    schwer, aber nichtsdestotrotzköpfig lose
    von der welt, weit ab und hoch darüber
    bleibt es schwer und
    schön, den horizont zu sehen

    verrückte lichter tanzen dort
    durch meine trüben augen fort

    deine augen
    diese tiefen mariannengrabenaugen
    in die ich mich zu stürzen liebe

    nicht für den fick
    nicht für den kuss

    ich will — urknall

    gewöhne mir die traurigkeit nicht länger
    anwesend sein
    das ist sie
    es

  • Schau dich mal um:

    Wo ist hier denn noch Platz für Gedanken,
    für Dinge, die nicht an Alltäglichkeit kranken,
    dem Aufoktroyierten, dem Rückprojezierten,
    dem defizil, ewiglich gleich Aufgeführten?

    Vielleicht ist es bloß gedankenverlorene Präsentationsperversion
    in StudiVZ, StudiKZ und jedem anderem Facebook-Klon…
    Da heißt es Profilpimpen, sich ein kuscheliges Domizil einrichten,
    Mit Myspace, my house und my face, die sich bei Google verdichten,
    Auf dessen Kompetenz Personaler nicht länger verzichten,
    Wenn sie mit Hilfe der Bong-Bildsuche deine Bewerbung vernichten.

    Genau!
    Die Welt dreht sich
    und man versteht sich
    heute eher platonisch und lakonisch
    werden abstruse Gespräche geführt:
    Jo, lol, fjn! Me2, hdl, peace out, Bro! –
    In Kommentarfunktion zu Tränen gerührt,
    *grins* das machen ja auch die Anderen so.

    Was wollt ihr denn aber hören?

    Wollt ihr hören, wie ich mich beschwere über hehre, verquere oder über prekäre Situationen, Stationen der inhaltsleeren Lehre unseres — Konsumverhaltens? Oder halb philosophisch, wie ich mich aufschwinge, hoch über die Dinge, die Dinge die dringlich dinglich dein und mein Leben bedienen und von oben herab lästere ich ab über die Vertracktheit der heillosen Scheinheiligtkeit. Wollt ihr, dass ich mich verbiege, euch kriechend brav zu Füßen liege und davon erzähle, wie ich mich, mehr schlecht als recht, durchs Leben quäle, oder von Feiern und reiern und Partybarbys, oder den Rebellen spiele, mich im Verprellen übe, alles aufs Korn nehme, dass ich euch anlüge und ablehne?

    Was wollt ihr denn hören?

    Wisst ihr es überhaupt?

    Denn genau wenn nicht, ist es auch egal, was ihr hören wollt,
    wenn ihr eh nur bekommt, was ihr hören sollt
    und daraus bloß ableitet, was ihr eben hören wollt,
    von mir und all den Anderen hier!
    Denn was sie wollen ist nicht prompt,
    worauf man beim Bier an der Tür mit der Kippe kommt:
    Fett altah, jo, war geil! Fett, fett, fett, fett, fett altah!

    Das ist doch Scheiße.

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WILLKOMMEN!

Neunzehnhundert, hier schreibt André Herrmann, Student, Schreiberling, Mitglied der Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz und Teil des Team Totale Zerstörung, aufgrund manischer Veranlagung die meiste Zeit unaufhörlich Geschichten aus seinem noch jungen, aber bereits recht erfolgreich absurden Leben. Tagesmotto für heute:
Aufstehen, losgehen, was machen!

Geschichten, Philosophisches, Politisches und Absurdes.

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