The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.

  • There is just one night every night, you have the right to decide about your own biography. Lie to the people, tell them what you want them to believe and disappear as an unknown stranger just before daybreak.

    B. H. (, der Großartige)

  • Es herrscht Ausnahmezustand. Nicht weit entfernt böllern sich die Ersten ins Delirium. Böllern sich die Finger ab. Finger, die auf den Wegen liegen, mit gesplitterten Nägeln und blutigen Abdrücken.

    Trinken Bier und Schnaps, um das alte Jahr zu vergessen. Reden uns ein, vergessen zu können, obgleich wir uns nur nicht erinnern. Bier und Schnaps. Trinken wir. Aber vergessen nicht.

    Lassen uns treiben. Wir lassen uns treiben. Und suchen doch nur einen Halt. Denn jedes Bisschen Ab ist immer ein Dazu, uns perspektivieren zu wollen. Kleine Kinder, die immer auf das Nächsthöhere schauen, mit glänzenden Augen.

    In unseren Köpfen wie in den Straßen – Ausnahmezustand. Wir teeren die Straßen mit Blut. Wir bluten die Straßen. Wir verbluten. Und liegen auf den Straßen. Ausgehaucht und glücklich, einmal eskaliert zu sein.

  • Einfach aufstehen, losgehen, was machen.

    Den Blutdruck senken, nochmals deodorisieren [sic!], sourverän grüßen.

    Oder sitzen bleiben, herauslächeln, die eigene Abwesenheit tunlichst verbergen.

    S-Bahn-Kabarett, Lacher im ganzen Waggon, für zwei Stationen losgelöst.

    All das unentgeltlich.

    Um wieder dabei zu sein beim Urlaub von sich selbst.

  • Zwanzig, vielleicht dreißig Grad sind das.

    Man kann sich schräg gegen die Windrichtung lehnen.

    Und jemand zerrt unheimlich schnell den Himmel am Betrachter vorbei.

    Schon mittags Licht in den Wohnzimmern. Das Klatschen und Fauchen der Bäume.

    Wenn man gefragt wird, wie das Wetter ist, sagt man, dass es ein bisschen windig ist.

    Durch das Küchenfenster pfeift es, die Kähne schaukeln heute eher bedrohlich aus beschaulich
    auf dem Fluss. Tu etwas. Geh raus. Flieg weg. Hüpf ein bisschen. Wie ein schwarzer Vogel.

    Hauptsache das Auto bleibt bis zum Feierabend von wild gewordenen ästen verschohnt.

    Wie feiertags. Man sieht gelangweilt aus dem Fenster, droht sich ein Kissen zu holen.

    Als würde man noch einmal die Wohnung putzen, ehe das Haus abgerissen wird.

    Es muss auch mal ein bisschen gefegt und beiseite geschafft werden.

    Fühl dich ruhig todtraurig und verlassen.

  • 17 Jahre lang ist schon wieder einer bedeutsamsten Schriftsteller des vergangenen Jahrhunderts tot. Und so langsam neigt sich das Beckett-Jahr seinem Ende zu.

    Samuel Beckett, geboren am 13.04.1906 starb am 22.12.1989.

    Ein Wunder eigentlich, dass gerade jetzt nicht wenigstens einige seiner Werke in den Theatern aufgeführt werden.
    Die Veranstaltungen beschränken sich dennoch, wenn überhaupt, auf Warten auf Godot, und währen meist nicht lang. Vollkommen zu Unrecht, haben wir es doch mit einem Meister der tiefsten Themen der Philosophie vor unterhaltsamem und tragikomischem Hintergrund zu tun.

    Beckett war ein Mann, der eigentlich recht spät erst angefangen hat, ernsthaft zu schreiben, insofern man dies überhaupt über das Schreiben sagen kann. Und erst sehr spät gelangte er überhaupt zu der Aufmerksamkeit, die seinen Werken gebührt. Einer, der es ist nicht leicht mit dem eigenen Kopf hatte. Umso mehr ist es zu verstehen, wieso er sich selbst mit den Jahren zu immer abstrakteren, eigentlich eher immer deutlicheren, Darstellungen seiner Themen manövrierte. Mit kleinen Erzählungen und Romanen angefangen, über Theaterstücke zum Film und schließlich über die Hörspiele beim Fernsehen angekommen, fand Beckett erst spät das Medium, mit dem er meinte am besten arbeiten zu können.

    Estragon Wir finden doch immer was, um uns einzureden, dass wir existieren, nicht wahr, Didi?

    Wladimir ungeduldig Ja, ja, wir sind Zauberer.

    Ich habe schon Einiges hier über ihn geschrieben, viel zitiert und den kleinen Ausschnitt aus dem Endspiel gibt es auch noch.
    Trotzdem, zur bessere Orientierung, noch einmal alle Verweise direkt:

    20.09.2006 - “Wenn ich falle, werde ich weinen … Vor Glück.”
    01.09.2006 - So ist der Mensch nun einmal
    28.08.2006 - Wir können einfach nicht
    19.07.2006 - Wir können nicht
    02.07.2006 - Aphorismus des Tages [61]

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WILLKOMMEN!

Neunzehnhundert, hier schreibt André Herrmann, Student, Schreiberling, Mitglied der Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz und Teil des Team Totale Zerstörung, aufgrund manischer Veranlagung die meiste Zeit unaufhörlich Geschichten aus seinem noch jungen, aber bereits recht erfolgreich absurden Leben. Tagesmotto für heute:
Aufstehen, losgehen, was machen!

Geschichten, Philosophisches, Politisches und Absurdes.

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