The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.

  • Heute vor 11 Jahren starb einer der wohl stärksten und kritischsten Geister des vergangenen Jahrhunderts - Émil Cioran. Ihm zu Ehren dieser Eintrag heute.

    émil Cioran
    Nachher werden noch ein paar seiner besten Aphorismen hier aufgeschrieben sein, bis dahin nur dieser ganz besondere:

    Wer um seine Melancholie zittert, weil er Furcht hat, von ihr zu genesen, mit welcher Erleichterung wird der feststellen, dass seine Befürchtungen schlecht begründet sind, dass sie unheilbar ist!

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    Ich soll einen Text über den Schmerz schreiben. Ich weiß genau, was ich darüber zu sagen habe - aber warum sollte ich es sagen? Warum nicht im Stillen leiden wie die Tiere?

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    Der Mensch ist zweifelsohne ein außergewöhnliches Phänomen, aber kein Erfolg.

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    Um einen weder dummen noch verlogenen Trauerbrief zu schreiben, müsste man ein Genie sein.

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    Je älter ich werde, umso mehr gewöhne ich mich an die düsteren Realitäten (Selbstmord, Abscheu vor der Geburt etc.) ohne jeden Hintergedanken an Kummer oder Trostlosigkeit. Ich stelle mir das Irreparable ohne Traurigkeit vor. Ich stecke bis zum Hals in der objektiven, evidenten, unpersönlichen Trostlosigkeit. Tränen aus ewig trockenen Augen.

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    Man schreibt nur leidenschaftlich, echt, wenn man in die Enge getrieben ist. Der Geist arbeitet unter Druck. Unter gewöhnlichen Umständen liegt er still, er langweilt sich und langweilt die Anderen.

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    Es leuchtet ein, dass Gott eine Lösung war und dass man nie wieder eine ebenso befriedigende finden wird.

  • Für C. J.

    Mein Hals rastete dreimal knacksend ein, ehe sich der schwarze Rand von meinen Augen löste und auf die Bettwäsche tropfte. Ich hatte mich langsam und vorsichtig nach hinten aufgesetzt, damit du weiter schlafen konntest. Die halbe Nacht haben wir davon erzählt, wie es sich anfühlt, nicht einschlafen zu können und dabei sicher fünfundvierzig mal vereitelt einzuschlafen, als wir das Gähnen unterdrückten. Die Sehnsucht war unser Thema, Sehnsucht nach Ruhe, Sehnsucht nach bunten und grauen Träumen, Sehnsucht nach blutrot violetten Sonnenuntergängen.

    Du sagtest, die Welt drehe sich nur so sehr, wie man sie sich drehen lässt. Das Galileiische Problem, erst zu sehen und dann die Augen zugedrückt zu bekommen, bestehe immer dann, wenn man allein mit dem Fahrrad auf einer Autobahn fährt. Jetzt sah dein Gesicht wie das Fell eines Leoparden aus. Viele kleine Punkte Mondlicht ratterten mit leisem Knistern durch die Jalousie und hieben fest in deine Wangen. Aber davon bekamst du nichts mit.

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

  • “Close your eyes and begin to relax. Take a deep breath, and let it out slowly. Concentrate on your breathing. With each breath you become more relaxed. Imagine a brilliant white light above you, focusing on this light as it flows through your body. Allow yourself to drift off as you fall deeper and deeper into a more relaxed state of mind. Now as I count backward from ten to one, you will feel more peaceful, and calm.
    Ten. Nine. Eight. Seven. Six.
    You will enter a safe place where nothing can harm you.
    Five. Four. Three. Two.
    If at any time you need to come back, all you must do is open your
    eyes.
    One.”

    Dream Theater - Regression

    Ich weiß gar nicht, seit wann ich schon hier bin. Mit dem meist so leichtfertig hingehauchten Wort Zeitgefühl meint man doch eigentlich nur, dass man noch weiß, wieviel Tassen Kaffee man heute schon getrunken, oder wie und wann man heute früh den Weg hierher gefunden hat. Mein Zeitgefühl ist weg, besser gesagt, ich weiß nicht mehr, ob ich überhaupt schon einmal eines hatte, denn der Rest des Gedächtnisses hatte ich vorsorglich an ihm fest gebunden. Jetzt sitze ich hier auf der Stufe und sehe den Häusern in die Augen, aus denen manchmal jemand herüber schaut und lächelt. Eine dicker Mantel Licht muss, während ich noch nicht hier saß, vom Himmel gefallen sein. Alle grauen Dächer sind ockerfarben, die Blätter der Bäume seltsam gelbgrünlich.

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

  • Das Leben ist eine Aneinanderreihung von Niederlagen. Sie schmecken süß und ihr Gefühl reicht lang, mit jedem Regentropfen blähen sie sich auf. Und jeder Sonnenstrahl ist eine Lüge, über dem dunklen Asphalt thronen nur die Verlorenen.

  • Eine Gruppe von 12 heranwachsenden Jugendlichen, beinahe noch Kinder von 14 Jahren, die sich selbstbewusst Die Räuberbande nennt, hat sich zum Ziel gesetzt, ihre Heimatstadt, das bayrische Würzburg, anzuzünden und anschließend nach Amerika zu fliehen, um dort die Abenteuer zu bestehen, in welchen sie während ihrer Karl-May-Lektüre schwelgen.

    Alles beginnt an einem abendlichen Sonntag nahe den Brückenheiligen und alles geht seinen gewohnten, chaotischen Gang. Zwischen gestohlenen Fischen, der Fortschritt der Technik in Form einer beleuchteten Kirchturmuhr, passiert rein gar nichts, das irgendwie bemerkenswert wäre.

    Mitten in dem täglichen Einerlei der Würzburger fristen die Räuber ihr Dasein. Allesamt sind kleine Lehrlinge in allen nur möglichen Betrieben. Sie haben sich nach Schillers Vorbild benannt, sprechen sich jedoch untereinander mit Namen von Figuren aus besagten Westernromanen an.

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

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Neunzehnhundert, hier schreibt André Herrmann, Student, Schreiberling und Mitglied der Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz, aufgrund manischer Veranlagung die meiste Zeit unaufhörlich Geschichten aus seinem noch jungen, aber bereits recht erfolgreich absurden Leben. Tagesmotto für heute: Aufstehen, losgehen, was machen!

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