The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.

  • Wir sind durch die Stadt gestreift, haben uns in Erinnerung gerufen, wie es aussieht, wenn sie schläft und niemand, wirklich niemand mehr ihre Straßen säumt. Mit öligem Tagewerksgeruch in der Nase und schwitzenden Händen, in Allerweltsgeruchsamkeit, gemäßigten Schrittes und geläuterten Atems. Hier und da ein Schatten vergilbter Menschen. Post-apokalyptisches Wandern, wenn man so will.

    Und wir haben uns vorgestellt, es wäre warm, um der Kälte, die sich um unsere Waden wand, endlich wieder Herr zu werden. In weißen Segeltuchhemden den Wind auf der Haut zu spüren, mit dunkelblauen Hosen und Kordeln, die zwischen den Fingern ratschen. Etwas, das einem schwer auf der Haut liegen sollte, aber von der durchströmenden Luft getragen wird. Lebendige Luftpolster zwischen den kleinen Härchen. Wie Liebe zum Anziehen.

    Aber umso näher der Zug diesem Ort kam, desto mehr stieg unser Mitleid für ihn. Er tat uns nicht wirklich leid, aber er wirkte so heimisch, als würde er einen nicht wieder gehen lassen, hätte er erst einmal zugegriffen.

    Wir dachten, dass man hier etwas verpassen könnte. Wollten bleiben. Oder wir längst etwas verpasst hatten. Wollten weg. Kamen uns aber nicht fremd vor. Nicht fremder als sonst irgendwo. Nicht willkommener. Nicht unwillkommener. Nur ein nahtloser Übergang, der trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, irgendwie reizend war. Und blieben. Um ein andermal vielleicht wieder zu gehen.

  • Man sagt, dass man eine warme, geruhsame Nacht über seine Sorgen gießen soll, um die Schlieren der Hin- und Hergerissenheit abzuwaschen und am nächsten Morgen ein klareres Bild vor Augen zu haben.
    Man sagt, das sei das ganze Geheimnis. Das ganze Rezept. Wie Hausmannskost. Einfach, aber gut.

    Isso – Ich schrei sonst, sagen sie.

    Aber niemand erklärt einem, was zu tun ist, wenn die Schwierigkeit wie ein getreuer Freund die Nacht auf der Bettkante verbracht hat. Wenn sie einem den Kopf gestreichelt und dabei gelächelt hat. Nicht verschwunden ist. Ausgeharrt hat wie am Sterbebett eines Verwandten. Den Morgen herbei gefleht hat. Wenn die neblige Nacht ihr Versprechen gehalten und den Tag hat trübe werden lassen. Wenn sich die Sonne eingesperrt hinter den grauen Wolken findet. Wenn alles nur noch dunkel ist. Ist oder einfach geblieben ist. Wenn man sich fragen muss, ob dieser dicke Schleier nicht einfach dazugehört. Oder er so alt ist, dass beides gänzlich schon miteinander verwachsen ist.

    Denn es ist ein Trugschluss, zu glauben, dass man sich der Welt näher fühlt, wenn man, wie sie, in hellen Scherben durch die Straßen schlürft. Immer und immer wieder. Es ändert sich nichts, wenn einem der Gram nachhängt wie der eigene Schatten.

    Es geht von selbst. Schmerzhaft. Aber zuverlässig.

  • 1. Etwas zum Nachdenken: Schäuble geht gar nicht.

    2. Da wir keine YouTube-Player einbinden wollen: Marc-Uwe Kling - Wer hat uns verraten?

    3. Danke für das ad-absurdum-Führen der Legislative. Ich zähle von nun an nur noch auf die Judikative.

  • Politik und Vertrauen: beide hinterlassen tiefe Schneisen
    wo immer sie wandern, worüber auch immer sie kreisen.

    Einzig die Politik hat das Bundesverfassungsgericht -
    ihr wieder auszutreiben, was sie fälschlich verbricht.

    Vertrauen hingegen soll endlich sein. Weit und breit
    ist nichts, was es stoppt. Und nur langsam heilt die Zeit.

     

    #

     

    “Bitte um Ihre Einsätze.”

    Klick, klack.

    “Nichts geht mehr.”

    Zwischen Nicht-Müssen, Nicht-Dürfen und Nicht-Wollen.

    Wenn die Kugeln einmal rollen
    ist alles verloren, oder gewonnen.

    Los, loslaufen. Vortwärts. Ohne Ziel. Nur vowärts. Und bloß nicht ankommen.

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Neunzehnhundert, hier schreibt André Herrmann, Student, Schreiberling und Mitglied der Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz, aufgrund manischer Veranlagung die meiste Zeit unaufhörlich Geschichten aus seinem noch jungen, aber bereits recht erfolgreich absurden Leben. Tagesmotto für heute: Aufstehen, losgehen, was machen!

Geschichten, Philosophisches, Politisches und Absurdes.

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