The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.

  • Zwischen all der Ruhelosigkeit immer ein Wunsch nach Ruhe.
    Im Unsteten immer ein wohlig warmes Gefühl ob des Stetigen.
    Dem Chic des Ausgefallen das Spießbürgerliche entgegen setzen.
    Und beides brauchen.

  • Wie erloschene Blindgänger
    starren die Bäume gen Himmel,
    tentakelnd traurige Tiere
    ergehen sich auf den Wegen,
    unter den tief hängenden Ästen.

    Wie geleert ich im Grün liege,
    ausgedorrt, entseelt und
    fragend, wo Weißrussland ist.
    Und ohne Antwort weiter,
    weiter fragend liegen bleibe.

    Wie ich dich sehen möchte,
    in geblühmtem Kleid
    und Himmelblau im Rücken,
    mit Wind unter den Armen,
    auf gepunkteten Wiesen.

    Wie nervös und aufgeregt
    will ich den Zug beim
    Einfahren und Halten hören,
    dich aussteigen und laufen sehen,
    geschwängert von guter Zeit.

    Um dann rücklings im Gras
    deinen Duft flattern spüren
    unter jenem Himmel,
    der doch für alle gleich ist —
    in Weißrussland und hier.

  • da sind sie
    den ganzen tag unterwegs und leben und
    planen und beben und
    wagen und streben und
    reden und reden und reden und
    sagen nichts

    rennen kilometerweit auf dem stepper
    obwohl sie nur auf der stelle treten

    fotographieren sich vorm eiffelturm
    nur dass es nicht ums dagewesen sein geht
    sich vielmehr ums dasein dreht

    wechseln die stimmung nach bedarf
    es noch etwas anderem?

    denken ist so 2008
    das mach ich jetzt auch

    warum es nicht alles so einfach sein kann
    warum es nicht alles so einfach sein kann
    warum es nicht alles so einfach sein kann
    sondern anstrengend bleiben muss

    zu lächeln und
    gleichzeitig
    da zu sein
    zukünftig
    da zu bleiben

    vergänglich
    besonders zu sein
    im nachhinein

    ich schenke mir eine portion selbst
    mitleidig blicke ich an mir herab
    wertend

    schwer, aber nichtsdestotrotzköpfig lose
    von der welt, weit ab und hoch darüber
    bleibt es schwer und
    schön, den horizont zu sehen

    verrückte lichter tanzen dort
    durch meine trüben augen fort

    deine augen
    diese tiefen mariannengrabenaugen
    in die ich mich zu stürzen liebe

    nicht für den fick
    nicht für den kuss

    ich will — urknall

    gewöhne mir die traurigkeit nicht länger
    anwesend sein
    das ist sie
    es

  • Und ja, man muss sich nicht länger daran erinnern, dass es ein gutes Gefühl ist, wenn das Frühere so floskelgleich einmal nicht besser und das noch Kommende so vielversprechend ist.

  • Wenn einem eine Woche wie ein Jahr vorkommt und jeder Kilometer wie eine Reise zum Mond, so muss ein Monat bereits ein Leben sein. Ein Monat, aber in Voraussicht auf ein ganzes Jahr zerbröselt jede Hoffnung zu schmerzlich schwärzlichem Staub.

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Neunzehnhundert, hier schreibt André Herrmann, Student, Schreiberling, Mitglied der Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz und Teil des Team Totale Zerstörung, aufgrund manischer Veranlagung die meiste Zeit unaufhörlich Geschichten aus seinem noch jungen, aber bereits recht erfolgreich absurden Leben. Tagesmotto für heute:
Aufstehen, losgehen, was machen!

Geschichten, Philosophisches, Politisches und Absurdes.

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