The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.

  • ankommen, da bleiben, wieder gehen

    „Sehr geehrte Fahrgäste am Gleis 12 – Willkommen in Leipzig.“

    Ich wollte ihr einen Gefallen tun und ihr Bescheid geben, dass ich wieder da bin. Ich hatte den Briefkasten geöffnet und die Post im Gehen sortiert. Wenig für mich, wie immer. Die Treppen hatten geknarzt mit jedem Schritt, den man auf ihnen tat. Die Tür war verriegelt, das hieß nichts, nur dass sie entweder noch nicht draußen gewesen oder gerade unterwegs war. Nicht aus irgendeiner Schuld, viel mehr aus einer Laune heraus, wollte ich an ihre Tür klopfen und sagen:

    „Bin wieder da. Lief alles gut.“

    Vielleicht wäre ich richtig in Fahrt gekommen und hätte noch länger mit ihr reden wollen. Dann hätte ich gefragt, ob ich mich ein wenig zu ihr setzen darf, hätte einen der drei Korbstühle frei geräumt und mich in ihn hinein fallen lassen, sodass die kleinen Fasern in der Lehne geknirscht hätten. Sie hätte auf dem Metallgestell, das ein antikes Bett nachahmen sollte, gesessen, mir eine Zigarette angeboten, ich hätte angenommen, sie angezündet, müde auf den Fernseher gestarrt und versucht, möglichst locker Interesse zu heucheln.

    „Wie war dein Wochenende.“

    Ich hätte es nicht als Frage formuliert, sondern als bloße Aussage, fast schon rhetorisch, denn ich hätte keine Antwort erwartet, die mich womöglich hätte interessieren können. Ich wäre mir schlecht vorgekommen in meiner Art, meine Müdigkeit wie einen Schleier von Desinteresse um mich herum zu tragen und versucht, mich selbst aufzuputschen, vielleicht einen Kaffee gemacht und der Versuchung widerstanden, direkt mit ihm in mein Zimmer zu gehen. Und ihr auch einem mitgemacht, mit meinem Kaffee und ihren Filtern, meiner Maschine und dem Strom, den wir beide bezahlten.

    „ … “

    Sie sagt nichts mehr. Sie kann nichts mehr sagen, denn sie ist weg und das einzige, was mir außer dem Nachhallen des Klopfens in den Ohren hängt sind einige Zeilen der Fantastischen Vier. Ihr Zimmer ist leer. Sie ist weg. Die Worte drehen sich in meinem Kopf und es ist egal, dass sie es tun. Ich spule meinen Text trotzdem automatisch in den Raum und und höre zu, wie sich die Töne langsam in den Ecken der Fensterrahmen verlieren. Dann sehe ich den kleinen Zettel, den sie da gelassen hat.

    „Nachmieter kommt nächsten Dienstag um 18 Uhr. J.“

    Ich erwarte nichts.

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