The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.

  • Vorab, dieser Beitrag ist nicht als polemisch anzusehen, es ist nur ein Gefühl, so wie es eben da ist. Von mir aus kann mir dann vorwerfen, dass es existiert, doch so verantwortlich mag ich mich dafür nicht fühlen, solange wir das Freudjahr haben und jeder das Unterbewusste feiert.

    Ich hatte in Von den Nicht-Funktionierenden über die Kinder- und Jugendpsychiatrie geschrieben, an der ich täglich vorbei komme. Aber es fehlte noch etwas, ein kleiner Zusatz. Vielleicht erinnert sich noch jemand an die Apathie, die ich zu beschreiben versuchte, oder auch nicht.

    Drei Straßen weiter befindet sich ein vierstöckiger Häuserblock, die unterste Etage ist mit Läden vollgestopft, oben über den Geländern der Balkons hängen täglich zahllose alte Leute, die nicht minder apathisch aussehen, als alle, die man in einer Psychiatrie trifft. Entweder erleben sie selbst schon nichts mehr, da sie a) dauerhaft auf Medikamenten gehalten werden (und dabei mithelfen) oder b) dement sind oder sonstige Krankheiten haben, die ihre Realitätswahrnehmung verschleiern. Dabei möchte ich mir nicht anmaßen zu sagen, dass ich selbst weiß, was Realität ist, so weit sind wir noch nicht, aber die Parallele zwischen für krank Gehaltenen und Normalen ist hier nicht zu übersehen. Es ist schon sehr bedrückend, wenn man diese Menschen dort immer vor sich hinlungern sieht, so, als ob sie keine Aufgabe mehr hätten. Da stellt sich doch die Frage, ob es überhaupt eine Aufgabe für ein Lebewesen gibt, die es sich nicht selbst gegeben hat. Es wäre nur allzu interessant, heraus zu bekommen, was in Tieren vorgeht. Die Frage, ob es ein besseres Leben wäre, käme man auf solche Dinge nicht, habe ich schon oft aufgeworfen, aber selbst habe ich auch noch keine Antwort darauf gefunden. Wahrscheinlich wäre es, jetzt, mit einem Schritt beiseite betrachtet, noch jämmerlicher. Diese Blick kann man auch gut auf den Menschen richten, über deren Ziele und Attitüde man sich nicht ganz im Klaren ist, d.h., die man nicht nachvollziehen kann (es gibt da solche extremistischen Parteien, deren Existenzgrund ich bis heute nicht erkenne). Ganz brutal ausgedrückt haben diese über das Balkongeländer hängenden Menschen wirklich nichts anderes mehr zu tun, als auf ihren Tod zu warten. Kippte einer von ihnen mal darüber hinweg, es wäre wohl, so schlimm es auch klingt, maximal eine kleine Anzeige in der Zeitung und vielleicht noch ein paar wimmernde Angehörige wert.

    Manchmal sehe ich nachmittags dann ein paar Leute älterer Generation im angrenzenden Park sitzen und malen. Vielleicht müsste ich zu ihnen hingehen und sagen: Glückwunsch, ihr seid nur so sinnlos, wie es die Möglichkeit macht, dass ihr keinen universellen Sinn in eurer Existenz habt. (Ich bin mir der Problematik eines universellen Sinnes bewusst und beiße mir deswegen selbst immer wieder in den Arsch, wenn ich versuche, die offensichtliche (aber vielleicht nicht wirkliche (was ist wirklich? Willkommen in der Sackgasse…) Sinnlosigkeit hinzunehmen). Was ich sagen will ist nicht, sinnlos mit einer Abwertung gleichzusetzen, sondern vielmehr zu kritisieren, dass sich viele Menschen anscheinend gern zu Humankapital und Menschenmaterial reduzieren lassen, denn sonst würden sie vielleicht auch etwas mit ihrer Zeit anzufangen wissen, nicht mit einem Kissen bewaffnet auf das Stückchen Straße vor ihrer Haustür starren.

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