The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.
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Ich komme jeden Tag an einer Tagesklinik vorbei, genauer gesagt an einer Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Morgens stehen schon die ersten Autos vor den Toren. Darin sitzen dann besorgt dreinblickende Mütter, niemals Väter, die ihre Töchter oder Söhne den Tag über dort abladen und dann zur Arbeit fahren oder sonst irgendetwas tun. Mal davon abgesehen, dass ich solche Häuser nicht leiden kann, sehen die Insassen dort nicht sonderlich gesünder oder kranker aus als die, die allmorgendlich apathisch am Zaun vorbei taumeln. Allein strahlen sie eine unglaubliche Langeweile und Gleichgültigkeit aus, denn sie haben ihren Stempel weg. Niemand, der sie dort sieht, wird sie unvoreingenommen beurteilen, besonders nicht die, die genau darauf bedacht sind. Sie wägen so lang ab, bis sie entweder überhaupt keine Meinung mehr, oder nur noch falsches Mitgefühl, oder noch schlimmer, tolle Sprüche für sie übrig haben. Ein reiß dich mal zusammen! oder Kopf hoch! hilft keinem von ihnen.
Wenn man zum ersten Mal an einer solchen Anstalt (ich weiß, dass der Ausdruck antiquiert ist, aber er nun einmal so gut) vorbeikommt, mag man sich vielleicht noch fragen, was jene, die da aus den Fenstern starren oder über den Gang schlürfen denn verbrochen haben. Aber ich denke, dass sich größtenteils niemand fragt, weshalb sie das verdient haben sollen, weshalb man ihnen das antut.
Vor einer Weile kam auch wieder eine der zahllosen Reportagen über Psychiatrien im TV. Unerwarteterweise war sie sogar recht gut, denn dass man die Eingesperrten einmal zu Wort kommen ließ, erzählte so gut von der kleinen Welt der Abgeschobenen. Ich denke, man kann solche Dinge nicht ohne eine gewisse Traurigkeit, oder wenigstens Melancholie. HIerzu gibt es so viele Zitate, die anzubringen wären. Beispielsweise dieses: Doch man muss wohl die Täler durchwandert sein, um an den Weg zu besteh’n. aus dem Lied Herz von Kasper Hauser. Oder eines der größten Zitate Ciorans, über die Unvergänglichkeit der Melancholie, das ich jetzt aber nicht anbringen will, da ich es für einen späteren Beitrag aufsparen will.
Ich nenne sie bewusst die Nicht-Funktionierenden, denn dass sie in Ruhe gelassen werden, gründet sich nur darauf, dass sie gebrandmarkt sind. Und werden dieses Brandzeichen nicht los werden, höchstens, wenn sie in neue Umgebung kommen und es verschweigen. Aber innerlich werden sie sich immer, auch, wenn man sie längst schon wieder auf die Menschheit losgelassen hat, mit denen verbunden fühlen, die im Moment, da sie vielleicht einmal an diesem Haus vorbeigehen, dort einsitzen.Sie sind wie eine kleine Gemeinde, eine geschlossene Gesellschaft außerhalb derselben, aber verbündet und trotzdem schwach. Was haben Sie zu tun, außer rein gar nichts? Egal, was ihnen widerfahren ist, wenn sie in einer Klinik sind, sind sie wenigstens den Alltag los und werden irgendwann unverhofft, da sie sich schon fast an dessen Abwesenheit, dieses süße Alleingelassensein mit sich selbst, gewöhnt haben, wieder mit im konfrontiert. Es wird sie wie ein feister Schlag mitten ins Gesicht treffen, wenn sie erst einmal merken, dass alles, was ihnen erzählt wurde, eben nur erzählt wurde, doch dass sich sonst, außerhalb des mit Hammerschlagfarbe gestrichenen Zauns, nichts verändert hat.
Besonders erstaunt war ich, als ich einmal ein Auto halten und einen kleinen Jungen aussteigen sah. Er trug seinen Schulranzen in der Hand, drehte sich nicht einmal mehr um und rannte vollkommen ekstatisch auf den Hof, warf den Ranzen ins Gras und sprang vollkommen ausgelassen umher. Dabei war es seine so schnelle Wandlung, vom Auto bis zum Tor, die mich irritierte. Dass er sich scheinbar nur dort wohl fühlen konnte, will mir bis heute nicht in den Kopf. Aber hey, Kopf hoch Aluka, das wird schon wieder.












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