The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.

  • Glaubt jemand daran, dass man alles bezahlen muss? Wäre es möglich, dass man für jedes schöne Moment, das man erlebt, irgendeinen verborgenen Preis zu zahlen hat? Vielleicht ist es verständlicher, wenn man sich vor Augen hält, dass, geht man beispielsweise am Tag X im Park spazieren, man zur gleichen auch hätte was weiß ich sonst tun können, aber es jedenfalls nicht tat, da man ja spazierend unterwegs war. Doch, ich meine das Ganze noch auf einer höheren Ebene, größer, räumlicher und viel weiter. Ist es also denkbar, dass wir unsere immer weiter fortschreitende Technologie und unser sich immer weiter ausbreitendes Wissen mit irgendetwas zu evaluieren haben?

    Ich weiß darauf keine treffende Antwort, sondern kann nur ein paar fürsprechende Beispiele aufzeigen, die aber diese These noch nicht belegen, zumal ich selbst nicht einmal sich bin, dass sie stimmt oder dass sie vollends abstrus ist.

    Ich habe, für meinen Teil, das Gefühl, das unser Fortschritt immer von bestimmten Erscheinungen begleitet ist, die aber jeweils eher rückschrittlich oder gar gänzlich nichtsbringend sind. Leider scheint auch eine direkte Proportionalität bei diesen Vorkommnissen vorzuliegen, denn je größer die Innovation, je anspruchsvoller die Technik, je weiter die Erleichterung reicht, desto größer sind die daraus resultierenden Probleme.

    Mittlerweile weiß ich schon nicht mehr recht, warum ich all das schreibe, aber will es doch noch halbwegs passabel zu Ende führen. Worum es mir geht ist, dass es außer unserer Arbeit und den Drogen wohl wirklich nichts mehr gibt, mit dem wir uns beschäftigen können. Den Fernseher, den DVD-Spieler und die Spielkonsolen habe ich natürlich vergessen. Diese machen einiges wieder wett. Wenn ich Spazieren gehe, was freilich selbst bei mir selten vorkommt, in diesem Punkt will ich mich nicht ausschließen, dann frage ich mich häufig, was in den Köpfen der Leute vorgeht, die meinen Weg kreuzen. Das Gros ihrer schlendert mehr oder weniger lustlos umher, starrt man hier hin, mal dort hin und versucht die Zeit des sinnlosen Herumlatschens möglichst leicht zu überbrücken. Was hätten sie anderes zu tun? Wahrscheinlich würden sie anderenfalls nur zu Hause sitzen und vor sich hin dämmern, dann irgendwann fluchen, dass sie bald schon wieder arbeiten müssten und so weiter und so fort. Ich rede von dem einschlägigen Einerlei, das unsere Zeit beschreibt. Unsere Freizeit versuchen wir jetzt, unterhaltungsgeil wie wir nun einmal sind, möglicgst spektakulär in Freizeitparks oder betrunken hinter uns zu bringen, oder wie hängen irgendwo lethargisch herum. Nun, da ich das lese, trifft dies schmerzlicherweise auf mich am meisten zu. Aber ich wollte mich ja nicht ausschließen, sondern nur einmal etwas darüber sagen, dass wir, dieser Wortlaut gefällt mir immer mehr, unsere Zeit hinter uns bringen, so gut es eben gerade geht, ohne dabei auf irgendeine anspruchsvolle oder sogar sinnvolle Beschäftigung zu achten.

    Ein Beispiel, das getrost übersprungen werden darf:

    Leon Jimmy Gabriel Jesus Stevie Antons Eltern folgten bei der Geburt ihres Sohnes dem unnützen Trend, seinem Kind möglichst viele Vornamen zu geben, jedoch seine Freunde nahmen sich diesen nicht an und nennen ihn seither nur Frankie. Frankie kommt von der Schule nach Hause, seine Eltern sitzen auf der Couch und sehen apathisch den Abspann einer Talkshow und bemerken daher nicht, dass ihr Sohn nach Hause gekommen ist. Schon fängt sein Handy unter dem Getöse von zwei sich vollquatschenden Tassen an zu vibrieren, als es schon aus dem Wohnzimmer ein Mach den Scheiss aus! zu hören gibt. Noch fünf bis sechs Stunden vor dem Fernseher zugebracht, denn es regnet, sonst würde Frankie schon längst mit seinen Kumpels durch die Stadt ziehen, rauchen, trinken und tun, was ihnen gerade einfiele, dann geht es auch schon los auf die Piste. Während die Eltern gerade die Marke der goldenen Dreißig auf ihrer Bierskala brechen, bricht Frankie die erste Flasche Jack Daniels für diesen Abend an. Am nächsten Morgen weiß er weder, was sich am Vortag zugetragen hat, noch was er mit sich anstellen soll, bis der Stupor aus seinem maroden Körperwrack gewichen ist und platziert sich deshalb ungelenk vor dem Fernseher, in der Hoffnung, dass der Tag nur schnell der Nacht wiche, sodass er wenigstens noch einmal vor einem neuen Wochenbeginn, dem tristen Schuleinerlei mittels eines tristen Saufeinerleis entweichen kann.

    Was bleibt ist unsere Knechtung durch kleine Maschinchen, die uns den Alltag erleichtern sollen, es aber nicht tun, da die Erleichterung in ihrem Falle immer nur darin besteht, dort etwas zu erleichtern, wo vorher noch überhaupt nichts war. Gleich Murphys Gesetz bringen Computer und Technologie immer dort Lösungen für Probleme, wo zuerst noch gar keine Probleme vorhanden waren. Wer zumindest, der sich damals ein Handy angeschafft hatte, um erreichbar zu sein, da er viel unterwegs ist, hatte sich nach einer Kamera in diesem Ding verzehrt? Als Handies noch leicht mit Knochen in Größe und Gewicht verwechselt werden konnten, war man ja noch froh, wenn man überhaupt keines haben musste. Heutzutage brauchen die Vierjährigen ein Handy, damit sie in Abwesenheit vom Kindergarten immer noch verballhornte SMS mit ihren kleinen Kumpanen austauschen können, die nicht nur möglich aufkeimendes Sprachgefühl sofort wieder niedermetzeln, sondern gleich noch die Fähigkeiten und Fertigkeiten hierzu elimieren. Resultierend daraus werden diese armen Kinder dann irgendwann auch die ihnen noch überlassene Freizeit nutzen, um sich volllaufen zu lassen oder einfach nur TV zu glotzen. Die Kreativität wurde an dem Punkt besiegt, an welchem man es als notwendig erachtete, die Klingeltöne eines Mobilfunktelefons möglichst individuell, ergo möglichst sinnfrei und von jedem benutzt, zu gestalten, oder so ähnlich.

KOMMENTARE / 2 MEINUNGEN

1

ist das nicht leicht pessimistisch? das 4 jährige kein Handy brauchen, keine Frage. Dass anderseits Eltern ein gute Gewissen haben könnten, ihren Sprössling jederzeit erreichen zu können, kann man auch verstehen.

Warum sind aber in deinem Bsp alle Alkoholiker?
Warum ist ein Handy nicht einfach ein MOBIL-TELEFON - denn genau dass ist es für mich, eine Möglichkeit ortsungebunden Fernkommunikation zu betreiben…

usw.

Dass das Handy einen “knechtet” hm… ich denke die erste Woche ohne, wäre gewöhnungsbedürftig….
jedoch hat das ganze ja auch gute Seiten. und ab wann ein Handy ein handy ist und ein PC ein PC und ein Smartphone usw…und ab wann dass ganze eines ist. tja. ich denke “jetzt”

18. April 2006, Danz
2

Ich finde es toll, dass sie Eltern ihr Gewissen mit einem Handy zu beruhigen denken. Ich habe ja nichts dagegen, dass ein Kind ein Handy hat, aber das, wovon du redest, ist doch mittlerweile schon der absolute Ausnahmefall. Wohlmöglich wird von den Eltern diese Ausrede immer noch vorgeschoben, aber prinzipiell bist du doch entweder der Verlierer in deiner “Gang”, wenn du kein Handy und erst recht keine coolen Klingeltöne hast. Die meistens Leute kaufen sich doch ein Handy, ohne wirklich eins zu brauchen. Ist halt bequemer, wenn man sich sprachzerstörend mit seinem Nachbarn Sätzfetzen für 19 Cent senden kann, als sich zu bequemen, mal den Mudn aufzumachen.

In meinem Beispiel sind alle Alkoholiker, weil ich zuviel Super Nanny geguckt habe. Ein Handy ist für mich natürlich ein Mobiltelefon, aber damit stehe ich auch weit ab der Allgemeinheit. Wenn du das nicht glaubst, dann solltest du mal nahe an den vor Kaufhäusern lungernden Jugendlichen vorbei gehen, die haben alle Handies und tun damit nichts anderes, als sie zu haben oder rumzuspielen.

Ganz recht aber, ein Handy knechtet. Allein der Fakt, dass du nicht mehr ohne damit auszukommen denkst, ist doch die Knechtung par excellence. Man sollte wirklich mal recherchieren, wie die Leute damals ohne Fernseher und Handy überleben konnten. Entweder, Theorie 1, hatten sie kleine äquivalente aus Holz, in dessen Oberseite sie hübsche Schnitzereien machten, um besonders “unique” zu sein, oder sie mussten sich einfach mit Sex die Zeit vertreiben. Ist das die Lösung für den Rückgang unserer Geburtenrate? Und wenn schon, da schau ich dann doch lieber TV.

Natürlich bringen Handies Vorteile, das streite ich ja auch überhaupt nicht ab. Aber so, wie sie vom Gros der Benutzenden eingesetzt werden, sind sie in meinen Augen nichts als Geld-, Zeit- und Hirnverschwendung.

18. April 2006, Aluka

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