The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.
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(erweitert um ein gutes Ende)
Es ist überall der gleiche Trott, in Leipzig, Berlin, ganz Deutschland, der Welt und wahrscheinlich überall. Verbrechen, Leid, Terror, Kinderarbeit, Volkswagen und CDU.
Aber als ob das nicht reichen würde, geht es jedes Jahr aufs Neue wieder los, alles wiederholt sich und bringt das ewig gleiche Schema von grün behangenen Bäumen, bunten Blüten, morgens eher, abends länger hell … es wird Frühling.«Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte.», blah, blah, Möricke, blah, der Lenz ist da, der Lenz ist da mit all seinen Pollen, der ersten dicken Erkältung im Jahr und einem Phänomen, das von all seinen Mitbringseln am schwersten wiegt und am weitesten reicht, der Keimzelle einer Brut, die von nun an wieder die Parks, die Straßencafés und den gesamten öffentlichen Raum säumt und seucht: Verliebte!
Was haben eigentlich alle gegen Verliebte, fragt man sich da? Na, NICHTS! Sonst gäbe es ja keine Verliebten mehr!
Im Frühjahr schlagen die Herzen der Leute höher, was vielleicht von der zur längeren Tageshelligkeit indirekt proportional immer knapper werdenden Kleidung und der daraus resultierenden erhöhten Dopamin- und Serotoninausschüttung kommt. Kurz: Die sind alle stoned! Woodstock ist wieder da! Und das jetzt sogar weltweit!
Niemand wünscht sich Verliebte zum Freund. Prinzipiell kann niemand Verliebte zum Freund haben, denn eine Freundschaft erfordert Zeit, um gemeinsam Dinge zu erleben und dadurch stets und ständig die Bande der Freundschaft aufrecht erhalten zu können, aber Zeit, ja Zeit haben Verliebte eben keine mehr. Da lohnt es nicht einmal, ihnen ach so vorwitzig zum Geburtstag, oder noch besser zum Jahres- oder MONATSTAG einen Terminplaner zu schenken, denn den brauchen sie nicht. Da gibt es schließlich auch viel Wichtigeres zu tun, wie DVD-Abende mit unverständlichen, französischen Schwarz-Weiß-Filmchen, 5-Minuten-Terrinen mit heißem Wasser aufzugießen und das dann Kochen zu nennen oder einfach den ganzen Abend an sich herumzuspielen.
Niemand wünscht sich Verliebte zum Freund, es sei denn es sind selbst Verliebte. Die können dann zusammen ins Kino oder zum Aquajogging gehen, gemeinsam völlig abgefahrene Fahrradtouren über unheimlich interessante Dörfer und Kappstraßen unternehmen oder in Gruppen pausenlos perverse Partnerspielchen treiben, zum Beispiel Raclette-Essen, Erasmus-Sprachtandems oder so etwas Abgespacetes.
Wenn man es mit Verliebten zu tun hat, so wird das ohnehin schon viel zu lästige Alltagsgeschäft noch nervenaufreibender. Verliebte kann man eigentlich nicht einmal mehr ohne nachzudenken anrufen, da man sich immer überlegen muss, ob denn die momentane Uhrzeit eine passende Zeit für einen Anruf ist.
Hat man sich dann doch zu einem Anruf durchgerungen, weil man gerade in der Klemme oder der Mitbewohner mit dem Kopf im Gasofen steckt, die Welt Kopf oder das Haus in Flammen steht, dann ist das gar nicht so einfach. Hat man es bis dato nämlich immer geschafft, eine Verabredung zum Saufen, Dancen oder Debattierclub innerhalb von einer Minute auszumachen, so dauert es bei einem Liebeskranken schon einmal 5 Minuten, ehe man ihn überhaupt ans Telefon bekommt. Es klingelt und klingelt, man hat auf dem kleinen Notizblock auf der Anrichte schon mehrere künstlerische Meisterwerke skizziert und ist gerade im Begriff wieder aufzulegen, ehe dann doch jemand völlig fertig abhebt:UND ES STÖHNT.
Und man fragt vorsichtig: «Stör’ ich?»
UND ES STÖHNT, «Nö.»Und sollte durch irgendein Wunder oder göttliche Fügung doch der Fall eines Treffens eintreten, so kommen Verliebte natürlich immer im DOPPELPACK, wobei dieser Begriff wirklich unglaublich treffend ist: DOPPEL-PACK!
So hängen sie dann ineinander verkeilt am Rande des Dancefloors rum und tun — NICHTS — weswegen man dann nach 5 Bier und 3 Wodka endlich hinzutritt und sie locker in das Geschehen einbinden will, wie: «EY DIE MUGGE IST JA DER HAMMER!»
Aber, nein, nein, Verliebte lässt man lieber allein! Verliebte sind Verlorene! Denn schließlich heißt sich zu verlieben auch zuerst einmal immer etwas zu verlieren. Etwa individuellen Freiraum oder die Sprache. Da gibt es keine Diskussionen mehr, sondern nur noch «Wie du willst!», jeder Satz beginnt von nun an mit «Du Schaaahaaatz?!» und man gibt sich gruselige Kosenamen wie Mäuschen, Hasiputzi oder Lippenspalter.Es ist schrecklich! Verliebte sind überall!
Den ganzen Tag lang streifen diese verliebten Pärchen gierig grinsend durch die Gassen, warum auch immer, vielleicht weil sie auf der Suche nach Seelen sind, die sie mit sich in die Hölle reißen können oder weil sie besonders suizidal anmutende Singles jagen wollen. Wenn solch ein armer Single dann nichts ahnend und friedlich hinter einer dieser Jagdgemeinschaften her schlendert, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie URPLÖTZLICH einfach ABRUPT stehen bleiben und sich erst einmal wieder gegenseitig die Kauleisten abtasten müssen, sodass der unbescholtene Single entweder aufläuft und sich die Nase an der Schulter des Typens zertrümmert oder geistesgegenwärtig automatisch ausweicht, auf die Bundesstraße Nummer 2 taumelt und von einem heran rollenden Laster überfahren wird. Opfer tot oder lebendig scheint in der Hölle also keine große Rolle zu spielen.
Wenn man verliebt ist, dann schaukelt sich die Entwertung des Ichs zum Wir bis ins schier — Unendliche.
Bald schon sieht man sich wieder regelmäßiger in einem fremden Bad, einem Frauenbad mit Frauendusche und alle den kleinen Frauensächlein darin, den ganzen Frauengels, Frauenshampoos und Frauenrasierern, die einem beim Duschen dann ins Fußbecken rutschen. Man tritt rein und stirbt. Was gibt es denn Schlimmeres, als nicht einmal im eigenen Bad verbluten zu können?
Aber mal ehrlich:
Wenn man es recht bedenkt ist das alles ein ziemlich kleines Übel für den überaus lohnenden Wechsel, den man dabei erhält.
Es ist ein schönes Gefühl, in den noch kalten Nächten gemeinsam an einer Haltestelle zu stehen, sich festzuhalten und sich vorzustellen, es wäre warm, um der Kälte, die sich einem um die Waden windet, endlich wieder Herr zu werden. Schön ist es, am Wasser in weißen Segeltuchhemden den Wind auf der Haut zu spüren, mit dunkelblauen Hosen und Kordeln, die zwischen den Fingern ratschen. Etwas, das einem schwer auf der Haut liegt, aber von der durchströmenden Luft getragen wird. Lebendige Luftpolster zwischen den kleinen Härchen. Wie Liebe zum Anziehen. Schön, sich nachts gemeinsam ein Essen zu teilen und den Geschmack des Anderen noch auf der Gabel zu haben. Wie ein Kuss mit Zwischenlandung. Schön, sich zu fühlen, als sei man völlig allein auf der Welt und darin nicht länger ein Problem zu sehen, sondern sich stattdessen gegenseitig vollends zu genügen. Und dann in den Straßen verdunstenden Regen einzuatmen und sich wie der Frühling selbst zu fühlen. Mit Herzen, die schneller als jedes Maschinengewehr schlagen und anders als jede Waffe nicht vernichten, sondern lebendig machen und Leichtigkeit versprühen.Um dann nachts beim Araber vergeblich Pommes zu verlangen und gemeinsam schreiend durch den Bahnhof zu stürmen, bis der BGS erwacht, auf dem Marktplatz Hochsprungwettbewerbe zu veranstalten und rückwärts auf einem Bein über Pfützen zu springen, aus der Stadt zu stapfen und Kornkreise in die Felder zu ziehen, Wolken wegzupusten und Sterne anzugucken, 2008 schon 2009 zu sein. Oder 2010!
Findet sich zwischen all der Ruhelosigkeit des Alltags nicht immer ein Wunsch nach Ruhe? Liegt im Unsteten nicht immer ein wohlig warmes Gefühl ob des Stetigen? Setzt man dem Chic des Ausgefallen nicht immer auch das Spießbürgerliche entgegen? Und braucht man nicht beides?












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