The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.
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Dass das Gelbe vom Ei nicht umsonst synonym mit etwas ganz besonders Gutem gebraucht wird, hatte G. beim Studium gelernt. Sonst eigentlich nicht sonderlich viel. Die eigentliche Frage, welche Jahreszeit die unerträglichere ist hatte er auch in den Linguistikvorlesungen nicht ganz heraus bekommen.
Allein der globalisiert und anglifiziert anmutende Sommer machte ihm in einer Weise Sorgen, die er sich nicht recht erklären konnte. Nur stimmte es schon, dass die Winter keine Spuren hinterließen. Das bisschen Weg von der Haustür zu Bus oder Bahn war immer Gelegenheit genug, den heiß gelaufenen Kopf ein wenig abzukühlen. Es hätte aber auch komisch ausgesehen, im Winter mit freiem Oberkörper auf die Straße zu gehen, nur weil die schmerzenden Bisse der Kälte und die blutenden Schnitte des Windes eine Beschäftigung mit den eigenen Gedanken schier und möglich machten. “Erklären Sie das mal jemandem.” hatte er zu der besorgt drein blickenden Bibliothekarin gesagt, als er, einen Stapel Bücher auf den balancierend, aus eben diesem Grunde die ersten drei Bushaltestellen überging.
Das Wetter, natürlich, es war etwas rau, aber es schliff einem die Kanten bis auf ein Minimum ab. So überlebte nicht einmal mehr das stille Grollen, das G. früher einmal dazu veranlasst hatte, ein seitenfüllendes Manifest gegen die Popkultur für eine Zeitung zu schreiben. Es war lächerlich, nur war es ebenso lächerlich, diesem Fakt irgendeine Form von Ernst entgegen zu bringen. Denn nichts erforderte Ernst. Ganz besonders nicht das Leben. Der Ernst, der ihm zugesprochen wird, ist menschengemacht und nicht vertretbar, statierte G. heute. Vielleicht bräuchte man Durchhaltevermögen und eine gewisse Gelassenheit gegenüber diesem Gebälk aus Für und Wider, dieser Ansammlung von Lach- und Weinkrämpfen, dem unendlich großen Anschmiegsamskeitsbedürfnisses und den nächtlichen Schlägereien vor Kneipen.
Ja. Darüber hätte er ein Buch schreiben sollen. Besser gesagt ein dünnes Heftchen, denn mehr brachte er nicht zustande. Im Grunde war er praktisch veranlagt. Ein Stückchen Beratersein am Thron der großen Revoluzzer, aber letztendlich doch immer selbst auf den Barikaden. Jedoch sprachen die Stapel beschriebener Blätter und im Vergleich dazu extrem wenigen, aber sehr guten Pochoirs, die er in der Innenstadt gesprüht hatte, genau vom Gegenteil.
G. hatte das Fenster weit geöffnet und blickte starren Auges dreißig Meter nach unten auf den Briefkästen, dann ließ er seinen Blick langsam schweifen, kam sich vor wie der Kameramann, der seine Egoperspektive filmt, und sah letzten Endes ebenso gerade, aber gequälter auf die Bundesstraße vor dem Haus. Er hätte sich nur nach vorn kippen lassen brauchen und wäre mich Sicherheit tot gewesen. Ob er nun auf den Briefkästen, dem Vordach oder blankem Asphalt aufgeschlagen wäre, hätte schon gar keine Rolle mehr gespielt. Die Nachbarn hätten es unter Umständen überhaupt nicht gemerkt.
Wie es ist, zu fliegen, ist gar nicht so schwer heraus zu finden. Alles, was es braucht, ist Mut und ein gelenkes Bein. Ein Schritt auf die Heizung zu, mit einem Fuss aufs Fensterbrett, abstoßen und schon hebt man ab. G. musste lachen, denn allein der Gedanke an den Aufstieg hatte genügt. Einfach so in die Wolken zu greifen und leblos über dem Boden zu schaukeln, der so fern war, dass selbst die Höhenangst aussetzen musste, ist unbeschreiblich. Von dort oben kann man ganz leicht, als hätte jemand in paar Akzente in einem Aquarell gesetzt, hellgraue Striche auf den Wegen erkennen. Kleine Grenzen, die sich die Bewohner gesetzt haben. Kein Essen nach dem Abendbrot, früh ins Bett und nicken, wenn es in der Stirn mal brenzlig wird.
Den ganzen Morgen über segelte er über die Stadt, und als die Sonne ihren Zenit erreichte, hing G. kopfüber von der Decke seines kleinen Zimmers und schlief.












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