The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.
-
Auf einem kleinen, blauweissen Kissen, das ich vor zig Jahren auf einer dieser groben Pflasterstraßen fand, war ein Motiv der alten Endlosreihe “Liebe ist …” gedruckt. “Liebe ist … Sonnenschein an einem Regentag.” stand darauf. Es war schon ein wenig dreckig und ausgeblichen. Der Regen und das Herbstwetter im Allgemeinen hatten ihm gut zugesetzt. Ich hob es im Vorbeigehen auf und nahm es mit nach Hause. Meine Großmutter wusch es für mich mit einigem anderen Kleinkram in der Maschine, sodass ich es, nun blitzblank und fast wie neu aussehend, an der kleinen Kordel an meiner Nachttischlampe aufhängte.
Wahrscheinlich hatte es ein dicker Truckfahrer verloren, der mit offenen Fenstern und im Feinrippunterhemd durch das Dorf gerattert war. Oder vielleicht ein verliebtes Paar in einem schönen Cabriolet. Ich dachte mir viele Geschichten dazu aus. Alles, was hätte die Wahrheit sein können, sie aber sicher nicht war, wie man mir immer wieder versicherte: “Dit hamm die ausm Lad’n drei Häuser weiter sicherlich verlor’n. Oder een paa Kinder hamm dit jeklaut. Ma jut dit dir keener jesehn hat, sonst hättst vielleicht du noch den ärjer abjekricht.”
Bestimmt hat es jemandem gehört, dem es sehr wichtig war. So wichtig wie mir die Sekunden sind, in denen das gelbe Laub von den Bäumen fällt und einem dabei so grell in die Augen strahlt, dass man meint sich die Augen verblitzt zu haben. So überaus wichtig wie der Zyklus der Jahreszeiten mit der Zeit, in der man die Angestaute Energie aus sich hinaus posaunen kann und der anderen Hälfte, in der man neue ärgerlichkeiten und Einsichten über sich und zuviel ungenutzte Zeit, viel zuviel ungenutzte Fähigkeiten sammelt.
“Ich habe jede Sekunde meine bisherigen Lebens sinnvoll genutzt.” erklärte mir ein angehender Wirtschaftler einmal. “Ich habe jedes Quäntchen genommen und etwas damit angestellt.” “Aber kennst du denn auch das Gefühl, wie es ist, wenn einem die Zeit zwischen den Fingern hindurch rinnt und man gar nichts davon bei sich behalten will, sondern einfach alles so belässt?” fragte ich. “Die kleinen Perlen, die in langen Kurven vom Handrücken bis auf den Boden fallen und fortan nur noch gelebt, verlebt, genannt werden?”
Ich bekam keine Antwort. Der zweifelhafte Sinn hatte wieder zugeschlagen.












ANTWORTE / SAG DEINE MEINUNG