The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.

  • «Los, man, Bewegung Bewegung!», brüllte mir Peter beim Wegrennen zu. Er war schon gute zehn Meter weiter, als ich immer noch reglos da stand und nicht genau wusste, was ich tun sollte. Peter sah sich noch einmal nach mir um und blieb aufgeregt stehen. Er schlug sich mit aller Kraft in die geöffnete Linke und sah mich völlig entgeistert an. «Kommst du jetzt endlich, du Idiot? Oder willst du dich noch persönlich bei den Bullen vorstellen?»

    Mein Kopf tat unendlich weh. Jetzt, da es mir erst bewusst wurde, fühlte es sich an, als müsste ich jeden Moment umfallen. Immer wieder zog sich alles um mich herum in einen schwarzen Saum zusammen. Und obwohl der März es noch nicht besonders gut mit den Sonnenzeiten gemeint hatte, war mir unglaublich heiß. Der Wind zog gröhlend durch die von der Nacht verdunkelten Straßen und wirbelte mir die letzten Haarstummel aus dem frisch geschnittenen Nacken.

    Ganz langsam ging ich vorwärts. Obwohl Peter nicht weit weg stand, kam es mir unendlich weit und kaum erreichbar vor, dort bis zu der schummrigen Laterne zu gelangen. Mein Herz raste und drohte wie eine heiß gelaufene Kette vom Rad zu springen. Durchatmen, ruhig werden, redete ich mir ein. Nur half das nichts. Je mehr ich versuchte, Peter entgegen zu kommen, desto weicher wurden meine Beine. Als er bemerkt hatte, wie schwer ich mich schon mit dem Gehen tat, kam er mir zur Hilfe.

    «Ich pack’s ja nicht!», rief er, «Erst das und jetzt so!»
    «Halt mal die Klappe, Peter!», schaufte ich völlig aus der Puste.
    «Mach hin, man!», mahnte er trotzdem weiter, «Verschnaufen kannst du nachher.»

    Kein guter Zeitpunkt, dachte ich. Peter und ich hatten den Abend eigentlich ganz locker ausklingen lassen wollen. Nach zig Wochen Totenstarre hatte unser Telefon an diesem Morgen erstmals seinen Dienst getan. Zwei Anrufe. Peter hatte seine Vordimplomsprüfung bestanden und meine Tante war gestorben. Ich wollte von Anfang an keinen Telefonanschluss. Es war gelaufen wie im Film. Die gute kam zuerst, die zweite, schlechte, schlug elendig viele Splitter.

    Wir wussten beide wohl nicht so recht, ob wir uns nun freuen oder Trübsal blasen sollten. Es freute mich für ihn, aber alles war schlichtweg andauernd überlagert mit dem Gedanken, schon wieder einen Menschen verloren zu haben. Genauso umgekehrt für Peter. Er konnte das Grinsen einfach nicht lassen, und ich es ihm nicht übel nehmen. Aber trotzdem bat ich ihn, bis zum Abend woanders fröhlich zu sein.

    Ein Mann kann geschlagen, aber nicht vernichtet werden. Das haben sie über ein bedeutendes Buch geschrieben. Und über den Willen. Wie die Katatonie dort hinein passt, hat jeder selbst zu entscheiden. Die Zeit jedenfalls heilt nichts. Allenfalls schafft sie Abstand. Und lieber wütend statt traurig schrieben die Anderen. Ich solle versuchen zu schlafen, hatte Peter mir gesagt, als er sich bis zum Abend verabschiedet hatte.
    «Dann schießen wir uns ab. Komme, was wolle!»

    Aber ich schlief nicht. Nicht, weil ich nicht konnte, sondern weil es sich in irgendeiner Weise faszinierend anfühlte. Nicht gut, aber dafür besonders. Anders, als ich es gewohnt war.

    Fortsetzung folgt…

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