The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.

  • Wie ein kleiner, dunkler Tümpel, war unser Tag bei der kleinsten Verunreinigung zuviel mit einem nicht zu hörenden Krachen umgekippt und wohnte nun im Trümmerhaufen einer verschenkten Woche. Die Tiere, welche manchmal noch die Ufer gesäumt, auch mal einen Schluck Wasser aus ihm genommen hatten, waren seit Jahren schon nicht mehr gekommen und die paar Regentropfen jeden Monat waren die einzige Nahrung, die er bekam. Alles verlief ganz normal.

    Der kleine Notizblock lag wie immer zu unseren Füßen, um eine Ausrede zu haben, nicht nach ihm greifen zu können, wenn uns doch noch ein verwertbarer Gedanke kam. Noch aus einiger Entfernung konnte man die tief in den Block gedrückten Striche sehen, mit denen wir die Traurigkeit für diesen Tag von der Bildfläche verbannt haben wollten. Doch selbst der größte, prachtvollste und mit Schätzen schwerst beladenste Viermaster einer Horde Piraten weiß Hochmut und Glanz seiner Epoche zu verlieren, wenn er auf ein Riff im seichten Wasser läuft. Es reisst ihm den Bug in kleine Splitter und bricht mit solcher Leichtigkeit dem schwimmenden Säugetier Kiemen in den Hals, mit denen es nicht atmen kann, sondern aus denen es verbluten muss.

    Mit der Effizienz einer Kameraüberwachung waren die schwarzen Striche über das Wort hinweg gefegt. Jeder Hohlraum, jeder Bauch jedes Buchstabens wurde beflissentlich mit Tinte gefüllt. Und die Furchen, in denen die Semantik gesäht worden war, hatten wir penibel zugeschüttet. Ach, wenn uns der Winter in der Sonne nicht bedrohlich genug erscheint, da wir in Gedanken schon die Schneeflocken in der Luft schmilzen sehen, dann hält der gute, alte Regen her.

    Jedesmal, wie ein Gefangener, der bedrückt am Gitter steht und mit jeder Hand einen Stab umklammert, als würden sie irgendwann aus Mitleid nachgeben, drückt der Regen seine langen Finger gegen das Glas. Manchmal schreckte ich hoch, als ich sein Gesicht dort zwischen den feuchten Händen in der Scheibe sah. Wir hatten im Stillen abgemacht, den ganzen Tag zu schweigen, und hätten es auch fast geschafft, wenn mit dem Aufheulen deiner Tränen gesäuselt und gesummt hättest: “Ich habe keine Angst vor irgendeiner Geschwindigkeit. Ich fürchte nicht, dass die Zeit vergeht und ich ihr nicht mit einem heißen Eisen meine Initialen auf die Brust gebrannt haben könnte. Was mir Angst macht ist, dass sie überhaupt nicht vergehen könnte.”

    Und ehrlich gesagt, es war ein schöner Abend. Am anderen Ende des Raumes haben wir auf der Couch gehockt und uns unter einer Decke verkrochen, auf das der nächste Tag uns nicht finden und in ein Atemzügen keine Sonne mehr durch die Maschen der Vorhänge gekrochen gekommen wäre. Es wäre kein Postbote gekommen, der irgendwelche Absagen gebracht hätte und der Fernseher hätte nur noch das Testbild im Programm gehabt. Aber als du schon längst schliefst und ich dem Trommeln der dicken Luft an der Tür und den leisen Geräuschen im Hausflur zuhörte, da wispertest du im Traum noch einmal “Bitte, vergeh’, vergeh’, vergeh’!” … und ja, dann fiel der schwere Vorhang.

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